Was macht eigentlich ein Integration Engineer?
Berufsbild, Aufgaben, Gehalt und Projektbeispiele knackig erläutert

28.09.2020 | geschrieben von Janosch Felde

 

Klassischerweise denkt man bei agilen Arbeitsweisen an Softwareentwicklung, Technik oder Projektmanagement. Bei Digitalisierung an Menschen, die Computer das machen lassen, was man will. An beidem ist etwas dran und zugleich ist es nicht treffend, wenn man eine Antwort darauf sucht was eigentlich ein Integration Engineer so tut.

 

Zum Autor: Janosch Felde ist Psychosozialer Berater, Coach und Informatiker. Er hat in Softwareunternehmen und als Personalverantwortlicher des Bereichs Technik die Einführung und Weiterentwicklung agiler Arbeitsweisen auf Grundlage von Scrum, Kanban, OKR, Nexus uvm. über 10 Jahre beratend und im Projektcoaching kleine, mittlere und große Unternehmen begleitet. Außerdem ist er hauptverantwortlicher Entwickler des Lehrgangs zum Integration Engineer und hat diesen TÜV-zertifizieren lassen. 

 

Ein Integration Engineer bringt Dinge, Menschen, Bestandteile von Systemen zusammen. Aus verschiedenen Teilen formt er ein Ganzes und lässt verschiedene Teile zu einem ganzen System zusammenfließen. Er ist Träger von agilen Arbeitsweisen, andernorts auch „Agile Coach“ genannt – aber eben nicht nur. Sein Problemverständnis, seine kommunikativen und sozialen „Soft Skills“ und sein systematisches denken, verbunden mit KnowHow im agilen Projektmanagement, nutzt er zur Lösung von Problemen sowie um Menschen, Organisation, Strukturen und technische Werkezuge zusammen zu bringen und miteinander zu integrieren. Er bearbeitet Situationen und Zusammenhänge, in denen es unrund läuft, versteht Probleme und sieht darin die Ressource für Lösungen. Wie das alles geht, hat er in der Ausbildung zum Integration Engineer gelernt, erprobt und mit seinem Vorwissen verbunden.

Der Integration Engineer versteht Systeme als Baukasten. Er nutzt agile Werkzeuge analytisch und lösungsorientiert, um flexibel zu Ergebnissen zu kommen. Menschen die als Integration Engineer ausgebildet sind entdecken Potential, wo es darum geht verschiedene Elemente, seien es Abläufe, Webdienste, Apps oder Softwareprogramme, in ein Zusammenspiel zu bringen aus dem eine positive Synergie hervorgehen kann. Dabei müssen sie dies durchaus nicht selbst technisch bewerkstelligen. Sie müssen verstehen, ahnen, Ideen Entwickeln und herausfinden wo man wen (Mensch oder Dokumentation) nach was fragen kann und muss. Der Reiz an diesem Beruf ist es, dass man vielseitig ist, eine Art kreatives Systemverständnis lebt und weiterentwickelt, neugierig bleiben kann und sogar muss.

Man muss nicht die Lösung mitbringen, sondern erst mal offen sein für Situationen und dem was darin schon gut ist - aber eben auch dafür, wo es hakt. Man sollte kein Missionar sein und auch rechtzeitig bemerken, wo man zum Superhelden gemacht werden soll, der man sicher nicht ist. Jemand der etwas verbessern möchte und der versteht das er das nur kann mit den Menschen und für die Menschen, die davon betroffen sind, muss man sein und Freude daran haben Lösungen zu erdenken - die (technische) Umsetzung machen dann die jeweiligen Spezialisten. Ein Integration Engineer ist jemand der Umstände, Menschen und Technik miteinander verbindet und aus nicht sauber aufeinandersitzenden Abläufen etwas macht, das besser ist als es vorher war. Perfektion hilft dabei selten weiter, aber ein Blick dafür was wie besser werden kann und worin dabei (genau) der Gewinn liegt, eben dafür sehr.

Die Werkzeuge, die man dafür nutzt, sind sehr unterschiedlich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es viel Spezifisches gibt, selten aber ein gebündeltes, auf Integration von innen heraus gerichtetes Paket: Mit Kommunikation oder Projektmanagement alleine schlägt man sich im Angesicht der beschriebenen Herausforderungen eher so durch.
Auch mit (losen) Kenntnissen agiler Methoden kommt man voran, aber eben nicht so richtig – Scrum Zertifikat hin oder her: Irgendetwas hat man irgendwo gelernt und was man sonst noch so braucht eignet man sich sozusagen „im Laufen“ an bzw. liest ein Buch oder besucht einen Workshop. Und das funktioniert auch ganz gut. Es ist ein Bisschen, wie wenn man sich selbst beibringt ein Musikinstrument zu spielen: Früher oder später kommt man da an wo man hin möchte, es ist lediglich eine Frage von Durchhaltevermögen, Frusttoleranz, Leidensfähigkeit und dem Willen – wie auch den Möglichkeiten immer weiter zu machen. Zugleich, wie viel einfacher, methodischer, schneller und auch in mancherlei Hinsicht befriedigender ist es, wenn man das eigene Experimentieren verbinden kann mit dem was man aus den Fehlern und Erfolgen zahlloser Anderer, die vor einem kamen, lernen kann.

Wenn man das, was man gerne tun möchte lernen kann – kompakt, gut aufbereitet, gezielt an einem lebendigen Projekt und mit Mitteln und Wegen aus der Praxis – kann man gut das Gefühl haben, an der richtigen Stelle zu sein.

 

Integration Engineer kurz erklärt: 

Die Weiterbildung zum IED ist eine Qualifizierung zum Experten für agile Arbeitsweisen und digitale Arbeitsmittel.

 

Die Weiterbildung verbindet berufsbegleitend, TÜV und AZAV-Zertifiziet all das, was man für modernes, effizientes und flexibles Projektmanagement braucht mit Digitalisierungs-KnowHow und Softskill-Training.

 

Dauer:

6 Monate berufsbegleitend oder während der Arbeitssuche.

 

Enthält:

21+ Tage Workshops und Seminare

30+ Tage begleitete Projektentwicklung und Coaching

60+ Stunden Material für vertiefende Selbstlerneinheiten

15 Teilnehmer pro Kurseinheit maximal

 

Das blended-learning Konzept intergiert Online und Präsenzteilnahme nach Möglichkeit der Teilnehmenden, Covid19 Lockdown Status und betrieblichen Anforderungen.

 

Durch die Weiterbildung werden Mitarbeitende zu Change-Experten in der eigenen Branche mit Unternehmensbindung durch unmittelbar wirksame Projekte. Methoden, Verfahren, Konzepte und Instrumente wie Kanban, Scrum, Design Sprints, Discovery Phasen, Lean Startup, Goal Driven Produkt Management, MVP, etc. gehören am Ende der Weiterbildung in das Repertoire der Teilnehmenden, zusammen mit effektiven Verfahren für Kommunikation, Konfliktmanagement und Laterale Führung.

 

Mehr Details unter 

http://www.integration-engineer.de 

 

Und was verdient ein Integration Engineer so?

 

Ein kurzer Blick und eine Suche mit unserem Freund Google findet sich hier:

 

Natürlich sind Zahlen aus dem Internet – insbesondere bei Gehaltsverhandlungen immer so eine Sache.

Zugleich sind die Zahlen aus unserer Erfahrung nicht unrealistisch. Angestellt als Integration Engineer liegt Ihr Gehalt sehr wahrscheinlich, als Einsteiger und je nach Vorqualifikation, zwischen 4.200 und 5.500 EUR im Monat (zwischen 50.000 und 60.000 EUR pro Jahr).

 

Bei erfahrenen selbstständigen Agile Coachs oder internen Digitalisation-Consultants in Unternehmen liegen die Gehälter oft bei mehr als 7.000 EUR (ca. 90.000 EUR pro Jahr).

 

Vgl. https://www.gehalt.de/beruf/integrations-engineer
und
https://www.gehalt.de/beruf/agile-coach

 

Unter folgendem Link https://berlinvalley.com/jobprofil-integration-engineer/ finden Sie ein Beispiel dafür, wie ein Integration Engineer seine Arbiet beschreibt und können sich eine weitere Vorstellung von der Tätigkeit machen. 

Ihre Ansprechpartner*innen

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Janosch Felde
Meine Themen: Agiles Arbeiten, Wissen Digital | Meine Aufgaben: Training, Beratung und Coaching

  • Psychosozialer Berater (ASK)
  • psychosoziale Gesprächsführung (ASK)
  • Führungspsychologie (IPW)
  • Product Management (MTP)
  • M.A. Informatik, Medien und Grafik