Corona Scrabble

Best-practice-tips für den Gesundheitsschutz in der Corona-Krise
Wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter schützen können, wenn Homeoffice keine Alternative ist. Lösungsbeispiele für Handwerk, Handel und Dienstleistungen.

19.03.2020 | geschrieben von Jana Kohlmetz

Wir haben Unternehmen gefragt, welche konkreten Maßnahmen sie ergriffen haben, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und damit die Gesundheit ihres Unternehmens zu schützen. Besonders Mitarbeitende, die an der Supermarktkasse sitzen, auf Baustellen arbeiten oder den öffentlichen Verkehr aufrecht halten sind auch in diesen Zeiten ständig im Kontakt mit vielen anderen Menschen.

 

Zur Autorin: Jana Kohlmetz ist u.a. Beraterin in den Bereichen Dienstleistung, Handel und Handwerk. Neben der Stärkung der Führung und des Teams berät und coacht sie zum Thema Gesund Führen.

 

Die Verhaltensregeln für den Infektionsschutz der Mitarbeitenden, die an der Supermarktkasse sitzen, auf Baustellen arbeiten oder den öffentlichen Verkehr aufrecht halten, sind in der Regel kurz und übersichtlich. Allerdings wirken diese Regeln oft wenig beruhigend auf die Mitarbeitenden aus diesen Bereichen, denn im Unterschied zu anderen Branchen sind sie auch in diesen Zeiten ständig im Kontakt mit vielen anderen Menschen. Wir haben Unternehmen gefragt, welche konkreten Maßnahmen sie ergriffen haben, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und damit die Gesundheit ihres Unternehmens zu schützen.

Hier die wichtigsten Kernaussagen der Führungskräfte auf einen Blick:

Bei der Suche nach den Best-off-Lösungen aus dem Pool der Praxisbeispiele hat sich sehr schnell herausgestellt, dass ein Pandemieplan nicht nur für den Mittelstand, sondern auch für KMU eine gute Orientierung bietet.

Dabei sind u.a. folgende Fragestellungen besonders hervorzuheben:

Wer kümmert sich um Informationen und gibt diese abgestimmt zeitnah weiter?

Das muss nicht immer die Führungskraft ist. Wichtig ist es, die Informationen zu bündeln, soweit möglich zu konkretisieren und Falschaussagen zu korrigieren. Insbesondere, wenn sich gefühlt alles täglich ändern kann, braucht es eine Person, die dies verantwortungsvoll und konsequent übernimmt.

Wie können wir die Mitarbeitenden in die Lösungsfindung stärker mit einbeziehen?

Ein guter Ansatz ist, Einzelgespräche mit allen Mitarbeitenden zu führen:

Zu Stundenumfang (aufstocken oder reduzieren), Möglichkeiten der Vereinbarung mit der häuslichen Situation (Kinderbetreuung, Pflege der Eltern), möglicher Einsatz in anderen Arbeitsgebieten, um damit Kurzarbeit zu vermeiden. Besonders hilfreich ist hierbei, wenn bereits eine Kompetenzmatrix der Fähigkeiten und möglicher Einsatzgebiete der Mitarbeitenden vorliegt. Hier finden Sie weitere Informationen.

Welche Verhaltensweisen sind uns am Arbeitsplatz wichtig?

Gerade hier haben Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen von Mitarbeitenden zu tun! Was für den einen völlig übertrieben ist, bereitet dem anderen so viele Sorgen, dass er am liebsten zu Hause bleiben möchte. Entscheidend ist es hier, die Bedürfnisse und Sorgen des Mitarbeitenden ernst zu nehmen und mögliche Konflikte direkt anzusprechen.

Gezeigt hat sich auch, dass es wichtig ist, das Thema stetig präsent zu haben, für Fragen kompetenter Ansprechpartner zu bleiben und auch lieber einmal mehr selbst nachzufragen.

Bei auftretenden Verständnisproblemen durch unterschiedliche Sprachkenntnisse, von den einige Unternehmen berichteten, sind die mehrsprachigen Infografiken zum Infektionsschutz der BZgA äußerst hilfreich.

An ihre Grenzen kommen Unternehmen mitunter, wenn es darum geht häufiges Händewaschen zu ermöglichen. Was in Supermärkten eher umsetzbar ist, ist bei dezentralen Arbeitsorten, ob im Lieferbereich oder Handwerk, nicht so einfach zu ermöglichen. Desinfektionsmittel sind knapp. Letztendlich prüfen hier die Führungskräfte mit den Mitarbeitenden gemeinsam, welcher Arbeitsplatz unter den gegebenen Umständen welchem Mitarbeitenden zumutbar ist. Hier spielt auch die gelebte Solidarität zwischen Jung und Alt eine wichtige Rolle, sodass z.B. die Jüngeren vermehrt in den direkten Kundenkontakt gehen.

Mitunter erkennen die Unternehmen aber auch ihre Grenzen an und stoppen die Umsetzung bestimmter Aufträge. Das Motto ist hier, dass der Mitarbeitende letztendlich auch ein Kunde ist.

Gute Lösungsansätze sind gefragt, wenn es darum geht:

Wie sichern wir die Geschäftsabläufe bei Personalausfall?

Hier entwickeln die Unternehmen zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit sehr individuelle präventive Lösungen. Besonders gut funktioniert dies, wenn die direkt Betroffenen eigene Lösungen erarbeiten. Das dauert zunächst länger, wird dann aber auch eher von allen umgesetzt. Hier gibt es keinen Masterplan für alles …aber wenigsten für 80% aller Fälle.

Im Bereich der Baustellen hat man z. B. Regelungen aufgestellt, dass die Gewerke sich nicht mehr überschneiden sollen, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können oder dass zum Beispiel bei einem Umzugsunternehmen die Anzahl der Mitarbeitenden verringert wird und mit dem Kunden besprochen wird, dass es leider länger dauern wird, dafür aber nicht gleich ein ganzes Team im schlimmsten Fall ausfällt. Andere Ansätze empfehlen ihren Mitarbeitenden stetig Handschuhe zu tragen, da es uns daran erinnert, uns selbst nicht ständig unbewusst ins Gesicht zu fassen. Wieder andere möchten auf dem Laufenden gehalten werden und sich austauschen können – hier stehen Sicherheit und Orientierung geben und bekommen im Fokus. Für Unternehmen, deren Mitarbeitende dezentral arbeiten, bietet sich hier kurzfristig die Kommunikationssoftware-Lösung slack an, da sie gut handhabbar, sicher und bezahlbar ist. Das Tool ist auch dann sehr nützlich, wenn Mitarbeitende am Arbeitsplatz erkranken und zum Arzt müssen: Wer kann ihn unterstützen? Wer kann ihn morgen vertreten?
Eine zeitnahe Abstimmung im Team schafft Klärung und Transparenz. Sie ermöglicht die Einflussnahme der Mitarbeitenden zu einem für sie allseits präsenten Thema. Dies sind, so die Unternehmen, alles bedeutende Faktoren, um die Krise gemeinsam stemmen zu können.

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Im Ergebnis kann man feststellen, dass durch die Anpassung von Arbeitsabläufen und vor allem durch die gemeinsame Suche nach Lösungen erhebliche Verbesserungen erreicht werden können. Die aktive Einbeziehung der Mitarbeitenden erhöht wiederum deren Bereitschaft, getroffene Vereinbarungen auch konsequent einzuhalten und wirkt sich stabilisierend auf das Team aus.

Letztendlich hat eine Krise immer auch das Potenzial gestärkt daraus hervorzugehen. Sicherlich nicht finanziell, aber als ein Team.

Nützliche Links:
https://publikationen.dguv.de/praevention/allgemeine-informationen/2054/10-tipps-zur-betrieblichen-pandemieplanung.
https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken.html
https://www.dguv.de/de/praevention/themen-a-z/biologisch/faq-coronavirus/index.jsp

 

Mit welchen Lösungen haben Sie gute Erfahrungen machen können?

Lassen Sie andere Unternehmen teilhaben, wie man Mitarbeitende und Unternehmen in Zeiten von „Corona“ schützen kann.

Ihre Ansprechpartner*innen

Jana Kohlmetz
Geschäftsführung, Gesund Arbeiten, Führung

  • Dipl. Pädagogin (Erwachsenenbildung und Beratung)
  • Dipl. Kauffrau (Personalmanagement)
  • Systemischer Coach® (DGfC)
  • Disability Management Professional® (CDMP)
  • Interner Auditor DIN SPEC 91020
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • ab-c® Arbeitsbewältigungscoaching
  • Expertin für neue Lerntechnologien

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